Verkaufstexte in Marketingmaterialien

Von Träumerei und Blenderei

Auffällig oft sehen wir in den Marketingmaterialien von Produkten und Dienstleistungen sehr viele „beschreibende“ und gleichzeitig irreführende Begriffe, die – so glauben die Marketingexperten – nach wie vor in die Texte einfliessen müssen. Einen Verkaufs- oder besser – einen Produktbeschreibungstext mal richtig analysiert, finden Sie sich in einem wahren Wortgeklingel wieder. Es fallen unentwegt Worte wie „serviceorientiert“, „permanente Erreichbarkeit“, „ganzheitlich“, „flexibel“, „auf den Kunden zugeschnitten“ und viele weitere solcher wagen Beschreibungen und Ankündigungen müssen von den Interessenten ertragen werden.

Ich bin der Meinung: Damit sollte ab sofort SCHLUSS sein, denn es handelt sich oftmals um reine Blenderei!

Aufmerksamkeit erlangende Worte sich durchaus wichtig und hier und da auch richtig. Jedoch ist es wichtig, diese auch gezielt und dort einzusetzen, wo sie für den Interessenten nicht abschreckend wirken, sondern gleich mit einer für den Leser verständlichen Erklärung und idealer weise mit einem Beispiel verbunden werden. Dann macht deren Verwendung Sinn und ist für den Kunden verträglich.

Wer schon mal an der Entwicklung eines Verkaufstextes mitgewirkt hat, weiß, in welchem Tempo ein solcher gerade in klein- und mittelständischen Unternehmen erstellt wird. In einigen Unternehmen erstellt eine Person diese Texte nebenbei. Das vier-Augen-Prinzip wird in kleinster Weise angewandt. Was gut gedacht ist, endet in nicht kaufenden Kunden und in Desinteresse.

Das muss nicht sein!

Es gibt ganz klare Vorgehensweisen einen guten Verkaufstext zu erstellen. Es ist jedoch wichtig, eine gewisse Vorarbeit zu leisten und bitte diese auch ernst zu nehmen. Es gilt bereits vorab – bevor überhaupt das erste Wort eines solchen Textes geschrieben wird – eine Reihe an Punkten zu notieren.

  • Eigenschaften des Produktes/der Dienstleistung
  • Exakte Beschreibung des Nutzens dieser Eigenschaften
  • Einprägsame und gut beschreibende Beispiele dieser Einzelnutzen
  • Entwicklung von mindestens 3 Kundenavataren (Erklärung hier)
  • Kurze Darstellung, wie diese Avatare Ihr Produkt einsetzen
  • Liste erstellen, welche Wörter in die Beschreibung unbedingt einfliessen müssen
  • Schauen, welche Informationen abseits der beschrieben integriert werden sollen

Nun haben Sie eine gute Grundlage mit der Sie beginnen können, Ihre Texte zu formulieren. Schreiben Sie nie einen Text und veröffentlichen Sie gleich. Schreiben Sie und lassen den Text ruhig ein paar Tage liegen und nehmen Sie sich ihn für einen weiteren Durchgang vor. Sie werden Änderungen machen, Anpassungen vornehmen, Sätze komplett umstellen und verändern. Lassen Sie auch Menschen aus Ihrem Umfeld über die Texte lesen und stellen Sie ihnen im Nachgang vorher von Ihnen vorbereitete Fragen wie… (Ausschnitt).

  1. Was ist hängen geblieben?
  2. Welches Produktmerkmal hat dich sofort angesprochen?
  3. Was hast du nicht verstanden?
  4. Welche Begriffe ziehen dich an und welche Begriffe bedürfen der weiteren Erklärung?
  5. Würdest du dich nach diesem Text für das Produkt interessieren?

Gute Texte dauern und zeichnen sich dadurch aus, dass Sie auch gelesen werden. Insofern fragen Sie sich auch selbst, wo und an welchen Stellen Sie beim Lesen anderer Verkaufstexte aussteigen und die Broschüre an die Seite legen. Oftmals ist die schon ein sehr guter Indikator, nur leider machen einige immer wieder die gleichen Fehler.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen beim Texten und bin mir sicher, dass Sie ein Stück dazu beitragen werden, dass wir alle nicht mehr so oft diese langweiligen Verkaufstexte lesen müssen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden.

 

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