Die Markenwelt und ihre Verhaltensweisen in „neu“

Unzählige Aussagen und Vorausschauen über die Entwicklungen im Marketing und insbesondere der Entwicklungen des Konsumentenverhalten kursieren derzeit im Internet sowie in den Köpfen der Marktteilnehmer.

Wir alle stochern derzeit vielleicht etwas im Nebel und suchen Halt in diversen Prognosen.

Es geht um das „neue“ Konsumentenverhalten einerseits sowie um den Markenauftritt und die Verhaltensweisen von Unternehmen und Produkten andererseits. Doch welche speziellen Trends und Eigenschaften sollten Marken und ihre Verantwortlichen wirklich zukünftig – oder besser ab sofort – noch mehr berücksichtigen?

Noch mehr Nahbarkeit

Es gibt die ganz großen wie Amazon und Co. Von massiver Nahbarkeit will ich hier nicht unbedingt sprechen. Denn die Größe einer Amazon lässt diese nur bedingt zu. Die Leser dieses Artikels haben jedoch zumeist auch nicht vor, ein weiteres Amazon zu erschaffen.

Mit nahbar meine ich, eng am Interessenten/Kunden zu sein, ansprechbar zu sein über die Kanäle, die sich der Kunde wünscht. Die er nutzt und über die er es gewohnt ist, zu kommunizieren. Nahbar bedeutet auch, eine gewisse Reaktionsgeschwindigkeit an den Tag zu legen und Anfragen nicht erst 2 Tage später zu beantworten. Nahbarkeit – und jetzt wird es spannend – bedeutet weiterhin, den Kunden mit einzubeziehen in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, ihn ein stückweit in die eigenen Karten schauen zu lassen. Ihn mitzunehmen.

Ernst gemeinte Beziehungen aufbauen

Klar baut heute bereits (fast) jeder eine Beziehung zu seinen Kunden auf. Doch wir stehen nun an einem Punkt, wo wir dank der Digitalisierung noch viel tiefer gehen können. Wie siehst du deinen Kunden? Nur als jemanden, der dein Produkt gekauft hat oder als jemanden, mit dem du eine längerfristige Beziehung eingehst? Denk kurz drüber nach. Nimm vielleicht als Vorstellungshilfe den Vergleich, wie du deinem Partner begegnest und im Vergleich dazu einem flüchtig Bekannten. Da gibt es doch Unterschiede, oder? Ich schlage dir vor, die Sichtweise hier ein vielleicht großes Stück anzupassen. Dein Kunde wird dies sofort spüren, dir danken und mit viel Liebe in Form von Markenzuwendung zurück zahlen.

Wirkliche Authentizität und spürbare Echtheit leben

Wie du dies am Ende in deiner Kommunikation umsetzt, ist sehr individuell. Dennoch gelten mehr denn je gewisse Regeln und diese werden bei Nichtbeachtung immer mehr mit Ablehnung bzw. Nichtbeachtung bestraft. Sei einfach du selbst. Zeig dich wie du bist und benimm dich wie du dich auch unter „normalen“ Freunden benehmen würdest. Sei einfach echt. Niemand will heute mehr jemanden vorgegaukelt bekommen, der nur etwas „spielt“. Nutze die Worte, die du auch unter regulären Umständen in deinem Umfeld nutzen würdest, mache die Dinge, die du auch sonst tun würdest. Zeige Emotionen, die dich ausmachen. So ein Verhalten wird dich echt und authentisch rüberkommen lassen. Bitte verstelle dich nicht.

Wenn du Angst hast, dass dich dann niemand mehr ansprechen wird und kaum einer mehr deine Produkte kaufen wird… dem wird nicht so sein. Du musst auch auf gar keinen Fall „everybodies darling“ sein. Selbst wenn sich eine kleine Kundengruppe von dir abwendet. Diejenigen, die hinzu kommen, weil du vielleicht endlich als echt empfunden wirst, werden dich lange begleiten.

Dialog-orientiert agieren

Gerade im Social Media-Zeitalter erleben wir bereits seit Jahren, wie wichtig der Dialog mit Interessenten und Kunden ist. Nicht-Reaktion auf Kundenimpulse wird bereits abgestraft. Wer nicht kommuniziert bzw. mit seiner Community in Dialog tritt, der muss den Dialog „anderer“ – nämlich seiner Interessenten – über sich passiv ergehen lassen. Wenn du also auf den diversen Kanälen präsent bist, dann nutze diese auch. Sie sind dafür gedacht.

Den Fehler, den viele hier oft machen, liegt darin, viel zu früh mit einem Pitch um die Ecke zu kommen. Ziel sollte es hier nicht sein, schnellstmöglich einen Verkauf deiner Produkte zu landen, sondern du kannst diese Dialogmöglichkeit dazu nutzen, die Interessenten zu begeistern.

Beantworte ihre Fragen und stelle Rückfragen. Binde sie wertschätzend ein und berichte ihnen von dir und deinen Produkten. Im TRAIN THE TRAINER-Seminar liebe ich es zu veranschaulichen, was es bedeutet, gekauft zu werden und sich nicht verkaufen zu müssen. Sogmarketing eben.

Sinn gebend/Beiträge leisten

Hand aufs Herz… sicherlich hattest schon schon mehrmals den Gedanken „wofür braucht es dieses Produkt oder dieses Angebot in dieser Welt?“… oder nicht? Zumindest hast du dich gefragt, warum um Gottes Willen ist dieses Unternehmen überhaupt am Markt. Klar ist, dass ein Unternehmen nur am Markt auch längerfristig bleibt, wenn es ausreichend Abnehmer und Konsumenten findet. Doch die Kernfrage, die jetzt in dieser Zeit noch viel mehr gestellt wird als jemals zuvor ist die nach der Sinnhaftigkeit der Existenz und die Frage danach, welchen Beitrag ein Produkt oder eine Dienstleistung eigentlich leistet.

Unternehmen tun gut daran, die derzeitige Phase zu nutzen, über ihre Existenzberechtigung nachzudenken und ihre Angebote zu reflektieren. Es ist wie im echten Leben auch. Du solltest hin und wieder dein Tun und dein Verhalten überdenken und dich fragen, ob es so in dieser Form noch angebracht ist und deinen Zielen und den Bedürfnissen deiner Mitmenschen entspricht. So ist dies auch im Business.

Daher sollten sich Unternehmen sowie Marken aktuell nach dem tatsächlichen Sinn ihres Tuns richten und diesen überprüfen. Welchen Beitrag leistest du mit deinen Produkten? Hilft dein Angebot deinen Kunden wirklich? Schneide alles ab, hinter dem du nicht mehr zu 100% stehst und formiere dich und dein Angebot möglicherweise neu.

Die vorhergehenden Impulse sollen dir helfen, auch in Zukunft noch deinen Platz im Markt zu haben. Sie sollen dir Hinweise und Anregungen geben, dein aktuelles Tun und deine Verhaltensweisen zu reflektieren. Suche dir gerne aus, wo du bereits gut aufgestellt bist und an welchen Stellen es eventuell Nachholbedarf oder Optimierungsmöglichkeiten gibt. 

Fakt ist, der Konsument wird sein Konsumverhalten zukünftig ändern. Er wird vermutlich etwas kritischer im Umgang mit seinen Investitionen. Er wird mehr eingebunden werden wollen und er wird mehr gesehen werden wollen. Es geht darum, ihn besser abzuholen und zwar dort, wo er abgeholt werden will. 

In diesem Sinne wünsche ich dir eine erfolgreiche Zukunft mit deiner „Marke“.