Spielst du oder fühlst du?

Über die Authentizität im Tun und im Marketing

So richtig wohl fühlt sich ein Interessent, der eine Werbung sieht, oder ein Kunde, der ein Produkt nutzt, doch erst, wenn ein 100%-iges Gefühl der absoluten Stimmigkeit existiert, oder nicht? Wenn er unterbewusst spürt, dass irgendetwas „anders“ ist.

Kennst du diese Situationen nicht auch, wo du denkst, „ja, geniales Produkt, nur irgendwas stimmt da noch nicht?“. Mir geht es oft so und fast immer wende ich mich über kurz oder lang von eben diesem Anbieter oder diesem Produkt ab. Chance vertan wegen mangelnder Authentizität.

In den allermeisten Fällen ist es gar nicht mal das bewusste Wahrnehmen eines „Fehlers“ oder einer „Irritation“. Intuitiv spüre ich eine Disbalance zwischen dem was mir angeboten wird  und dem, „wie“ (!) es mir der Anbieter vermittelt. Schwer zu beschreiben, doch leider ist das Gefühl regelmäßig einfach nur da. Es stört leider sehr den Gesamteindruck und das Produkterlebnis.

Wenn du dieses Gefühl nicht auch manchmal hast, kannst du diesen Beitrag gerne überspringen.

Sting – “Every breathe you take”

Musik inspiriert mich, Töne und Melodien katapultieren mich hin und wieder in andere Gedankenwelten, wodurch oft neue Verbindungen und auch neue Ideen entstehen.  Ich frage mich, was wir von der Musik und den Künstlern lernen und adaptieren können. Sicher nicht von allen, doch von sehr vielen.

Zuletzt bin ich auf dieses OneRepublic-Video (Apologize) gestossen und bin fasziniert von Ryan Tedders Ausdruck und seiner ganz offensichtlichen Besessenheit, diesen Song so intensiv wie möglich zu bringen. Nicht, weil er es muss, sondern weil er nicht anders kann. Er taucht ein in diesen Song und vergisst alles drumherum. So scheint es mir. Das sind Gänsehaut-Momente, die er durch seine Art in mir auslöst.

Gänsehaut-Momente in deinem Marketing

Welche Momente sind es in deinem Angebot oder in der Darbietung deines Produktes? An welchen Stellen bist du besessen von dem was du tust? Bist du es wirklich oder stellst du gerade fest, dass dein Hauptmotiv einfach nur lautet, Geld zu verdienen? Und zwar schnell und so viel wie möglich?! Der Kunde spürt dies über kurz oder lang. Ganz sicher. Vielleicht ist dies so ein Punkt, wo ich oft denke, dass da irgendwas nicht stimmt. Es gibt ja diesen Spruch „Wenn du das Gefühl hast, es stimmt was nicht, dann stimmt das meistens“.

Das Buch „Lores Law“ kann ich dir übrigens nur ans Herz legen. Es geht um den gesunden Menschenverstand.

Doch was konkret kannst du beachten?

Punkt 1 Ausdruck: Wenn du ein Produkt gestaltest und es verkaufst, achte darauf, dass du nur Dinge machst, hinter denen du zu 100% stehen kannst, denn sonst wirst du nie den so wichtigen Ausdruck deiner Person oder deines Produktes reinbekommen. Ausdruck kann nur von innen heraus entstehen. Also prostituiere dich nicht, in dem du Dinge verkaufst, die nicht nicht wirklich anbieten willst. Aus welchen Gründen auch immer.

Punkt 2: Besessenheit. Sei ein stückweit besessen, von dem was du uns anbietest. Deine Besessenheit darf ruhig ankommen beim Kunden oder Interessenten. Mit Besessenheit meine ich das Zeigen, dass es sowas ist wie „Liebe“, die du für dein Produkt empfindest, gibt. Als wenn es für dich gar nichts anderes gäbe als dein Produkt. Du verschmilzt quasi mit deinem Angebot.

Punkt 3: Echtheit. Hier stelle dir gerne die Frage „Was ist, wenn nichts ist?“. Ist der Kern deines Angebotes ausreichend klar und echt oder handelt es sich um ein schnell hinproduziertes Werk? Kunden wollen mehr und mehr eingebunden werden in Entstehungsprozesse und über die sozialen Medien tauschen sie sich immer mehr über die Pros und Cons von Produkten aus. Spätestens an dieser Stelle ist Echtheit megawichtig. Sonst erfährt dein Produkt eine Art Kernschmelze. Im Train The Trainer-Seminar spreche ich von von Markenkernwerten. Auf die kommt es an dieser Stelle an.

Punkt 4: Tauche ein in dein Tun. Vergiss alles drumherum und gib deinen Kunden das Gefühl, du lebst, atmest, trinkst und schläfst dein Produkt. Ich will spüren, dass du es ernst meinst. Du darfst dich im Grunde in deinem Angebot „verlieren“. Strahlende Augen, emotional getätigte Aussagen, etc. lassen mich spüren, dass du dein Produkt liebst.

Punkt 5: Bringe Gefühle rein. „Reisse“ deinen Kunden mit. Nimm in mit in deine Gefühlswelt, wenn du selbst das Produkt nutzt oder erklärst. Gefühle bieten Möglichkeiten zum Andocken für mich als Interessenten. Ich will eine Klaviatur deiner Gefühle angeboten bekommen, um zu prüfen, ob ich bei dir an der richtigen Stelle/beim richtigen Anbieter bin. Zeige sie mir.

Punkt 6: Achte auf Details. Denn Kleinigkeiten entscheiden. Es sind ja oft nicht die Hauptmerkmale, die deine Kunden zum Kauf deines Produktes veranlassen, es sind die Dinge drumherum. Wie du das Produkt darstellst. Ich will hier gar nicht von Kundennutzen schreiben. Das wäre zu banal. Es geht darüber hinaus. In diesem Zusammenhang ist sicher Apple ein gutes Vorbild. Steve Jobs war ein Detailfreak in der Darstellung und Präsentation seiner Produkte.

Marken machen!

All diese vorgenannten Empfehlungen, die du bitte mit in deine Produktüberlegungen einfließen lässt, lassen Marken zu Marken werden bzw. Sie sind dir dabei behilflich, deine Marke oder dein Angebot spürbar zu machen. Denn wer will heutzutage schon Fake kaufen? Niemand und in Zukunft noch viel weniger. Unterziehe dein Produkt einem Markencheck und besprich diese Punkte mit deinem Umfeld. Sie sind gute Feedbackgeber und können dir Signale geben, wo du dich noch mehr reinhängen kannst als du es vielleicht schon – oder auch nicht – tust.

Und das allerbeste ist es, wenn du dabei noch nichtmal reden musst, sondern es beim Kunden nonverbal ankommt. Und dazu schaue dir nochmal ein Musikvideo an. Linkin Park (Numb). Chester Bennington gibt alles in diesem Vocals Only-Video. Er redet bzw, singt zwar, doch achte auf seine Mimik, seine Körpersprache, seinen Ausdruck… faszinierend!

Wenn du Linkin Park nicht magst… skip it!

In diesem Sinne wünsche ich dir nicht nur FROHE OSTERN, sondern auch viel Echtheit und eine mega Portion Authentizität.